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Manfred Mazgan, #58, AUT

Seit einigen Jahren liebäugle ich mit der Teilnahme an einer Langdistanz, die eine echte Herausforderung ist. Und plötzlich gibt es diese Veranstaltung direkt vor unserer Haustür. Nachdem ich die Veranstaltung 2015 quasi verschlafen habe und 2016 sportlich meiner Frau gehörte, meldete ich mich für 2017 an und wurde mit einem Startplatz belohnt.

Nach acht ‘normalen‘ Langdistanzen wussten wir, dass mehr Zeit investiert und auch mein Gewicht reduziert werden muss. Also mehr als acht Stunden Training in der Woche. Trainingsstart Jänner und nicht erst wie sonst Ende März.

 

Am 24. Juni standen wir also gut vorbereitet um 3:30 Uhr am Start. Das Rad wurde noch einmal kurz von Andreas Knapp durchgecheckt und in Ordnung gebracht. Die Finsternis und die unchristliche Zeit brachte das Einrichten der Wechselzone ein wenig durcheinander. Die Schuhe, der Helm und andere Kleinigkeiten stiegen nicht freiwillig mit aus dem Auto. Überrascht war ich von der perfekten Wechselzone mit genügend Licht und perfekten Radständern.

 

Beim Schwimmen zeigte sich die Mur von der besten Seite. Angenehme 16 Grad und nur wenig Strömung machten das Schwimmen sehr angenehm. Richtig überrascht war ich aber, dass fast noch alle Räder in der Wechselzone standen, wie ich aus dem Wasser stieg.

 

Meine Frau und Supporterin unterstützte mich perfekt beim Wechsel und schickte mich auf die Reise. Die ersten Kilometer bis Köflach nutzte ich zum einrollen. Als Einheimischer kannte ich ja die Strecke sehr gut und wusste ja wie schwer die Berge noch werden. Als zusätzliche Motivation standen noch viele bekannte Gesichter am Straßenrand um mich und die anderen anzufeuern.

 

Zur Unterstützung sollten in Köflach zwei Freunde ab Köflach meine Frau begleiten. Leider waren sie nicht am vereinbarten Treffpunkt und nicht auffindbar. Spontan erklärten sich zwei andere Vereinskollegen bereit die Begleitung zu übernehmen und stiegen am Gaberl ein. Eine perfektere Begleitung hätten wir uns nicht wünschen können. Meine Frau war damit etwas entlastet.

 

Das Radfahren selbst war bis Oberwölz sehr entspannt. Dann stiegen die Temperaturen aber an die dreißig Grad. Die Versorgung durch meine Supporter war aber perfekt. Bei Schöder – am Einstieg zum Sölkpass – entschied ich mich zu einer kurzen Trinkpause, da ich doch mehr mitgenommen als geplant war. Mit Cola, Wasser und Gels wurde ich wieder auf die Reise geschickt und konnte den Sölkpass mit einem slowenischen und einem polnischen Kollegen in Angriff nehmen.

Hier zeigte sich auch der Geist der Veranstaltung erstmals richtig. Wir und unsere Supporter halfen uns gegenseitig mit Wasser, Nahrung und Cola. Besonders reanimierend wirkten die Duschen mit frischem Wasser aus dem Bach. Ein Dank an die polnischen Betreuer!

Es war eine Qual, es machte Spaß. Der Sölkpass zeigte sich mir von einer unbekannten Seite. Es war heiß, es war fast windstill. Und die letzten eintausend Meter waren steil und furchtbar wie immer. Es gab kaum einen Teilnehmer, der nach dem Aufstieg gleich ins Tal abfuhr. Auch ich trank und aß eine Menge, um mich schneller zu erholen. Die Abfahrt in die Wechselzone gestaltete sich für mich relativ schwierig, da ein Schuh nicht und nicht in das Pedal wollte.

 

Die Wechselzone wurde von meinen Betreuern perfekt vorbereitet und nach einer kurzen Nahrungsaufnahme und etwas Smalltalk ging es auf die Laufstrecke. Und wie es bei einer Langdistanz mal ist, braucht man etwas Zeit um ins Laufen zu kommen. Wenn nicht nach drei Kilometern der Aufstieg aus der Strubschlucht gekommen wäre. Für alle noch kommenden Teilnehmer: Erwartet dort eine 400 Meter lange Laufstrecke mit der Steigung einer Schisprunganlage! Oben angekommen war ich fertig mit Gott und der Welt. Von da an ging es fast immer bergab bis ins glühend heiße Ennstal, wo mich schon meine Supporter erwarteten. Essen, trinken, Cola und dann für fast acht Kilometer alleine nach Aich. Gott sei Dank erwarteten mich in Pruggern Freunde, die mich mit Cola und Wasser am Leben erhielten. Laufen funktionierte bei der Hitze nur mehr über kurze Distanzen. Dann musste wieder eine Gehpause sein. In Aich wurde mein Trinkrucksack aufgefüllt und meine Frau stopfte vorsorglich noch mindestens zehn Gels und Riegel hinein. Zusätzlich zum Trinken hatte ich noch eine Flasche mit Wasser zur Kühlung mit. Die anderen Läufer litten wie ich. So mancher Ehefrau wäre es lieber gewesen, wenn ihr Ehemann das Rennen beendet hätte.

Aber es ging weiter. Bei Weißenbach begann die erste lange Steigung mit 600 Höhenmetern. Den einen oder anderen Teilnehmer konnte ich einholen, half auch mit Salztabletten und Wasser aus und konnte mit einen niederländischen Teilnehmer als Lauf- und Gesprächspartner bis zur Silberkarklamm gewinnen.

Einen speziellen Dank an die Suppenstation vor der Silberkarklamm! Die war genial!!

 

In der Silberkarklamm wartete schließlich mein Team. Der Proviant wurde aufgefüllt und es ging mit meiner Frau zusammen auf das letzte und schönste Stück der Reise. Auf flachen Passagen wurde gelaufen. Bergauf wurde gegangen. Wir hatten unseren Spaß. Meine Tochter und mein Sohn erwarteten uns in Ramsau und nach einem schnellen Tratscherl ging es weiter. Es war nicht mehr weit. Das Erreichen des Ziels bei Tageslicht war leicht möglich. Vom Gefühl her haben wir auf den letzten sechs Kilometern zwanzig Minuten durch Tratschen mit dem Veranstalterteam und anderen zufällig getroffenen Personen verloren. Es war einfach nur schön. Und sehr schwer. Der letzte Aufstieg zur Südwandhütte hatte es in sich. Rückenschmerzen vom Bergauf gehen machten die Sache nicht einfacher.

 

Schlussendlich sind wir als vierzehnte ins Ziel eingelaufen. Meine Frau, meine Kinder und ich. Einen schöneren Zieleinlauf hätte ich mir nicht wünschen können. Wir waren Sieger. Wir sind zusammen gestartet und haben es zusammen beendet.

 

Ein Danke an das Veranstalterteam! Ihr seid großartig! Danke, dass ihr diese Veranstaltung ins Leben gerufen habt und sie so sensationell durchführt!

 

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Nochmals herzlichen Dank für diese Veranstaltung! Hoffentlich höre ich von Euch, um mitarbeiten zu dürfen.

 

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