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Harald Schober, AUT, #110

Ganze Story:

02.00 Uhr Tagwache - 03.10 Uhr Check-in - 04.30 Uhr Start - 20.35 Uhr Finish. Was für ein verrückter Tagesablauf! Was sich dazwischen abspielte, war ein Wechselbad der Gefühle. In die finstere, kalte Mur zu springen, kostete Überwindung, doch meine Taktik, am Ufer entlang zu schwimmen, ging voll auf und ich kam entspannt und relativ früh aus dem Wasser. Meine Crew stürzte auf mich ein - Abtrocknen, Ausziehen, Anziehen, Eincremen...... - unglaublich, wie viele Hände an meinem Körper waren. Ich war fast ein bisschen froh, auf die Radstrecke zu kommen und alleine zu sein. Aufs Gaberl war's schon zach, doch die Strecke ist mir bekannt, und ein alter Spezi vom Mountainbiken begleitete mich und verkürzte so den 23 km langen Anstieg. Rein in warme Sachen und runter ins Murtal! Der starke Gegenwind mürbte, und bis Hohentauern fühlte es sich wie eine Ewigkeit an. Kurze Labe mit heißer Frittatensuppe aus der Thermoskanne und Tee - und auf geht's ins Ennstal. Die Hoffnung, dort bessere Bedingungen zu haben, zerstreute sich sofort. Wohin die Strecke auch führte - der Wind blieb der gleiche. Also Kopf runter und treten. Am Oppenberg war's zum ersten Mal richtig hart, doch nach der Abfahrt nach Aigen erholte ich mich wieder ganz gut.

Ganz besondere VIP-Betreuung gab's in der T2 und mein Team gab alles, um mich für die kommenden 44 km Laufen fit zu machen. Massage, Tee, Suppe und viele aufmunternde Worte. Auf geht's über die Staumauer, und durch die Strubschlucht ins flache Ennstal. Ab Moosheim erhielt ich Laufbegleitung von Barbara, die als ehem. Profi-Triathletin und passionierte Betreuerin notwendige Erfahrung und das richtige Gespür für solche Situationen hatte. Genau das brauchte ich - ein bisschen blödeln und quatschen, dann vergeht die Zeit schon. Meine Kräfte schwanden und auch die Motivation, mich laufend fortzubewegen, hielt sich in Grenzen. Daher begleitete mich Barbara bis zur Silberkarklamm - es war genial! KM 27 - Silberkarklamm: jetzt stand Judith zur Stelle - meine offizielle Begleiterin, und verantwortlich für die restlichen 16 km und "läppischen" 1.100 hm ins Ziel. Was soll jetzt noch schiefgehen? Es hätte einiges schiefgehen können, doch Judith hatte die Situation schnell erkannt: Eben und bergab wird gelaufen, bergauf gegangen. Sie nahm meine Hand und zog mich bergauf, damit wir auch noch unser Ziel "daylight-finish" erreichen. Das Anfeuern meines Teams an der Strecke, die Versorgung mit Getränken und warmer Kleidung gaben mir Kraft - die ich auch dringend brauchte.
Ab dem Checkpoint Glösalm wurde es richtig ungemütlich - Wind, Regen, Nebel und niedrige Temperaturen. Mit ordentlicher Schubkraft von Stefan kämpften wir uns Richtung Südwandhütte und meine Trainerin Heike sowie Michi kamen dort entgegen und wir gingen die letzten Meter zur Hütte gemeinsam. Dieser Moment, dort am höchsten Punkt der Strecke zu stehen, war unbeschreiblich - so viele Emotionen, so groß die Erleichterung, da bekommen auch Männer wie ich feuchte Augen! Der Tee der AUTXTRI-Crew wirkte wie ein Zaubertrank, und von da an ging's im flotten Laufschritt runter ins Ziel. Barbara und Kurt standen nochmals an der Strecke und motivierten mich für die letzten Meter.
Endlich war das Ziel sichtbar, die Kuhglocken hörbar - ja, wir haben es gleich geschafft. Alle Kräfte wurden mobilisiert, damit ich auch noch Judith auf meinen Armen ins Ziel tragen kann. Sie wollte ja unbedingt mit mir gemeinsam über die Ziellinie. Keine Ahnung, wie ich das schaffte.....
Was für ein Gefühl der Erleichterung und des Stolzes, dort zu stehen, es geschafft zu haben und das gesamte Team in die Arme nehmen zu können. Ich kann es nicht in Worte fassen. Der Sporttag ist nach 16:05 Stunden zu Ende!

Beim gemeinsamen Brunch mit allen Athleten und der Siegerehrung am nächsten Tag gab's genügend Zeit, das Rennen nochmals Revue passieren zu lassen und Erfahrungen auszutauschen. Ein würdiger Abschluss für ein extremes Abenteuer, das auch mein Leben ein bisschen verändert hat und das noch ganz lange in Erinnerung bleiben wird.

DANKE an mein Team - ohne Euch hätte ich es nicht geschafft:
Judith (Begleitung), Michi, Barbara und Wolfi (Verpflegung und VIP-Support), Kurt, Eva, Jana (Fans), Stefan (Anschieber), Roland (Foto) und last but not least Trainerin Heike und Swim-Coach Ana.

 

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